Fragen und Antworten


Worin unterscheidet sich eure Verbindung zu einer WG?

Darüber hinaus, dass wir in unserem Haus auf drei Etagen zu je vier Leuten wohnen und miteinander alltäglich leben (WG), sind wir eine Verbindung von Studentinnen und Studenten aller Fachbereiche. Für Außenstehende kann man unsere Verbindung ziemlich gut mit einem Verein vergleichen, der sich zum Ziel gesetzt hat, Engagement mit Geselligkeit und der Persönlichkeitsbildung (Verantwortungsbewusstsein, Zuverlässigkeit und Zielstrebigkeit sind zum Beispiel wichtige Attribute, die man im Verbindungsleben erlernen und verinnerlichen kann) zu verbinden:

Wir haben ein Semesterprogramm mit zahlreichen Veranstaltungen wie Vorträgen, Partys, monatlichen Versammlungen, Ausflügen und geselligen Abenden. Auch Dachverbands-Veranstaltungen, bei denen man Studenten anderer Verbindungen aus verschiedensten Universitätsstädten Deutschlands trifft, sind regelmäßig zu finden.

Ein weiterer wichtiger Unterschied ist das Lebensbundprinzip: Nach Abschluss des Studiums oder nach Auszug aus unserem Haus bleibt die Mitgliedschaft und damit der Kontakt zu der Aktivitas (den noch aktiv studierenden Mitgliedern) weiter bestehen.

Gibt es irgendwelche Beitrittsriten?

Mutproben oder „Eintrinken" gibt es definitiv nicht. Wenn du bei uns Mitglied werden möchtest, so läuft das für gewöhnlich nach einem bestimmten Schema ab: Du mietest bei uns ein Zimmer (oder nimmst aktiv am Verbindungsleben teil, wofür du aber nicht selbst im Haus zu wohnen brauchst) und bist für bis zu einem Semester Hausgast. In der Zeit kannst du dir in aller Ruhe anschauen, ob du mit uns glücklich werden kannst und wir können schauen, ob du zu uns passt. Dann wird man einige Zeit Fux (vorläufigen Mitglied) und kann wiederum ein bis drei Semester später den Antrag auf „Burschung" stellen und nach Ablegen einer kleinen Prüfung Vollmitglied, ein Bursch, werden.

Was sind das für „Veranstaltungen" und muss ich da mitmachen?

Prinzipiell ist es gut, wenn du zumindest ab und zu eine der traditionellen Veranstaltungen (z.B. die sog. Kneipfeier, Besuche anderer Verbindungen oder die monatliche Besprechung aller Angelegenheiten, die die Verbindung betreffen, der „Convent") besuchst, damit du dir auch ein realistisches Bild von uns machen kannst. Diese Veranstaltungen sind keine Pflicht, sondern ein Angebot an dich, uns kennen zu lernen.
Einmal in der Woche gibt es den Aktivenabend, an dem wir uns treffen, um gemeinsam verschiedenste Dinge zu unternehmen; dazu gehören Partys, Bars, Sport, Feuerwerk gucken, Konzerte, Grillen, Kochen, DVD- oder Spieleabende, Schützenfestbesuche, Cocktail- & Themenabende, Tanzkurse und vieles mehr - jeder kann Wünsche äußern und Dinge vorschlagen, die gemeinsam unternommen werden sollen.

Welche Verpflichtungen kommen auf mich zu?

In Deiner Zeit als „Hausgast" hast Du keine Verpflichtungen, außer uns kennenzulernen. So hat man Zeit, sich zu orientieren und sich gegenseitig zu beschnuppern

Als Fux (vorläufiges Mitglied) und als Bursch (Vollmitglied) gilt Anwesenheitspflicht bei Veranstaltungen. Die Anwesenheitspflicht steht aber hinter dem Studium und anderen wichtigen privaten Verpflichtungen. Spätestens als Bursch sollte man im Laufe seines Studiums für zwei Semester eines unserer Ämter (z.B. Kassenwart) ausgefüllt haben. Hat man dies geschafft und sechs Semester studiert, so gibt es auch die Möglichkeit, sich „inaktiv" zu melden, um von einigen Pflichten entbunden zu werden und sich noch intensiver dem Studium zu widmen.

Was ist bei eurer Verbindung besser/anders als bei den anderen in Hannover?

Zunächst mal sehen wir uns selber nicht als „besser" als andere Verbindungen an. Wir sind allerdings sehr verschieden von anderen Verbindungen und stehen dafür auch ein - wer glaubt, sich mit unseren Prinzipien und Lebensweise identifizieren zu können und diese auch nach außen zu repräsentieren, ist bei uns richtig!

Die Unterschiede zu anderen Verbindungen sind hauptsächlich folgende:

Wir sind die einzige gemischte, farbentragende, und nichtschlagende Verbindung nicht nur in Hannover, sondern in ganz Niedersachsen! Im Gegensatz zu fast allen anderen Verbindungen nehmen wir sowohl Frauen als auch Männer auf. Außerhalb von Hannover ist dies ebenfalls fast ausschließlich in unserem Dachverband anzutreffen.

Wir haben das Mäßigkeitsprinzip und verwerfen daher die Mensur (das studentische Fechten), welches viele männliche Bünde praktizieren, und lehnen sämtliche Trinkunsitten, wie sie bei anderen Verbindungen leider öfter vorkommen, ab.

Wir sind eine verhältnismäßig junge Verbindung, weshalb wir in unserem Denken und Handeln flexibler sein können als Verbindungen, die an Traditionen festhalten (müssen), welche unserer Meinung nach heute nicht mehr zeitgemäß sind.

Bei uns steht an oberster Stelle stets das Studium, denn dieses sollte der Grund sein, weshalb wir Student werden wollten. Daher ist es uns wichtig, dass jedes Mitglied unserer Verbindung bei Problemen bestmöglich von den anderen Mitgliedern unterstützt wird.

Unsere Mitglieder sollen zusammen passen, weil sie mit vielen verschiedenen Typen von Menschen umgehen (lernen) können, und nicht, weil es zwischen ihnen in Denken und Handeln keine Unterschiede gibt bzw. versucht wird, diese anzugleichen. Wir wollen nicht alle gleich sein und nicht alle dieselben Ansichten vertreten. Daher sind Menschen mit Migrationshintergrund oder Menschen nichtchristlicher Religionen bei uns herzlich willkommen; wir bezeichnen uns daher als politisch ungebunden und überkonfessionell. Zudem verbannen wir aber auch nicht solch sensible Themen wie Religion, Lebensphilosophie oder Politik aus unseren Gesprächen, bei uns darf jeder darin seine eigene Meinung haben und vertreten - und darauf sind wir sehr stolz!

Muss man (viel) trinken?

Nein. Bei uns herrscht kein Trinkzwang. Wer möchte, kann trinken. Wer nicht möchte, erfährt bei uns keine Diskriminierung. So haben wir auch Antialkoholiker in unseren Reihen.

Hat man auch mal seine Ruhe/ist es sehr laut im Haus?

Da wir neben den drei Wohnetagen noch den Saal (Feier- und Treffraum) im Erdgeschoss und den Fernsehraum im Keller haben, finden laute oder stressige Veranstaltungen wie Partys oder Besuche gar nicht erst auf den Etagen statt.  Man hat also nie Probleme, sich zurückzuziehen.

Die Zimmerwände sind sehr dick und aus massivem Stein, daher hört man seine Nachbarn eigentlich überhaupt nicht, außer, beide Seiten haben die Fenster oder Türen geöffnet ;-) Man kann auch mal etwas lauter Musik anmachen, ohne jemanden zu stören.

Muss man der Verbindung beitreten, um einziehen zu dürfen?

Natürlich möchten wir gerne, dass sich diejenigen, die sich an unserer Gemeinschaft beteiligen, nach einer gewissen Kennlernphase dafür entscheiden, bei uns zu bleiben und sich zu uns zu bekennen. Jemandem, der sich von Vornherein nur für ein günstiges Zimmer, nicht aber für die Gemeinschaft interessiert, möchten wir jedoch nicht bei uns einziehen lassen.

Siehe Beitrittsriten

Ich habe gehört, Verbindungen sind oft rechtsextrem. Stimmt das?

Nein. Einige Verbindungen, die sehr alte (und für manche erstmal seltsam anmutende oder ziemlich konservative) Traditionen pflegen und Wappen/Flaggen auch außen an ihren Häusern anbringen (manchmal zum Beispiel in den Deutschlandfarben oder auch rot-weiß-schwarz), werden häufig fälschlicherweise als Faschisten interpretiert. Diese Verbindungen sind jedoch - ebenso wie alle anderen Verbindungen - im Nazireich zwangsaufgelöst worden und häufig auch schon wesentlich älter als der Jahrgang 1933! Freidenkende, selbstständige, charakterfeste junge Menschen, wie Verbindungen sie hervorzubringen anstreben, sind gewöhnlich auch in der Lage, sich von Extremismus jeder Form abzuwenden und daher von Nazis auch nicht gern gesehen.

Sicher gibt es auch bei Verbindungen ab und an mal ein schwarzes Schaf (wie in anderen Vereinen auch), doch der Vorwurf, Verbindungen seien rechts, ist definitiv falsch.

Ich bin Ausländer. Darf ich trotzdem bei euch eintreten?

Klar. Wichtig ist nur, dass du (nicht notwendiger Weise fehlerfrei) deutsch sprichst, damit wir auch alle miteinander kommunizieren können und du später fähig bist, auch ein Amt zu übernehmen (zum Beispiel Kassen- oder Schriftwart), da Sprache immer noch die gemeinsame Basis darstellt.

Ich bin kein Christ/ nicht getauft. Ist das ein Problem?

Nein, das kein Problem. Wir sind keine klassische „christliche Verbindung", sondern orientieren uns im Bereich Ethik an den christlichen Werten. Das bedeutet, dass jemand, der bei uns einzieht, Dinge wie Toleranz, Zuverlässigkeit, „Für-Fehler-Einstehen", Ehrlichkeit, Loyalität und Anstand (sich zum Beispiel an Gesetz und Verfassung halten) kennen und leben soll. Man kann unser „Christianum" also auch als Form des Humanismus interpretieren. Menschen anderer Religionen sind uns also herzlich willkommen, sofern die o.g. "christlichen Werte" anerkannt werden!

Darf jeder bei euch eintreten?

Eigentlich schon. Jeder kann zum Kennenlernen zu uns kommen und bleiben, wenn er/sie sich wohl fühlt und zu uns passt.

Allerdings wollen wir bei uns keine Extremisten (links wie rechts) haben, da wir nicht Gefahr laufen wollen, uns gegenseitig zu irgendwas zu drängen oder jemandem eine andere Weltanschauung aufzuzwingen. Dass wir jemanden, der nicht an der Gemeinschaft, die eine Verbindung nun mal ausmacht, interessiert ist, nicht aufnehmen können, versteht sich von selbst.

Was, wenn es mir bei euch doch nicht gefällt? Kann man einfach wieder gehen?

Klar! Wir sind doch keine Sekte!

Wir machen im Regelfall erst einmal Mietverträge für ein halbes Jahr. In dieser Zeit kann man sich eingehend beschnuppern und sollte es nicht passen, ist der Auszug mit dem Ende des Mietvertrages üblich.

Zudem gibt es noch die „Fuxenzeit" (1-3 Semester), in der man sich noch genauer in der Verbindung umschauen kann und sollte. Auch während dieser Zeit kann man ohne Angabe von Gründen wieder austreten, wenn man möchte. Dass man erst als Bursch feststellt, kein Ostfranke mehr sein zu wollen, wird seltener vorkommen, aber selbstverständlich haben wir auch dann kein Interesse daran, jemanden bei uns zu behalten, der mit uns nicht zurechtkommt.

Ich bin nur für ein Jahr in Hannover. Kann ich trotzdem einziehen?

Das kommt darauf an, ob wir trotz Bemühungen um jemand „Dauerhaftes" gerade ein Zimmer frei haben. In der Regel sollte man jedoch mindestens zwei Jahre bei uns aktiv sein, bevor man uns wieder verlässt, damit man genügend Erfahrung gesammelt hat, um später als „Philister" die Verbindung unterstützen zu können.

Zwischenmieter können meist höchstens ein Semester lang bleiben, da wir zu Semesterbeginn immer viele Anfragen von Leuten bekommen, die der Verbindung länger erhalten bleiben wollen. Diese werden natürlich bevorzugt. Aber bei Engagement - du musst ja nicht zwangsläufig auf dem Haus wohnen - kann sich auch ein langjähriges Verhältnis entwickeln.

Ich suche dringend ein günstiges Zimmer, will/kann aber auf keinen Fall in die Verbindung. Kann ich trotzdem ein Zimmer bekommen?

Nur im Ausnahmefall und ausschließlich zur vorübergehenden Zwischenmiete. Wir müssen darauf bedacht bleiben, Leute zu uns ziehen zu lassen, die uns auch erhalten bleiben wollen.

 

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